Feuerstuhl No. 1

Sebastian Goy
Territorien (1–5)

die orte dahinter,
schotterwege
vom gras halb erobert,
am rande verlandeter buchten
ein schiff
unter freibeuterflagge gestrandet,
lumpen gehisst,
raue gesänge
das echo jahrhunderte langer stille?
der himmel wie nie geschaut,
wie nie erschaffen,
anders
als der erzählte.
john silver, vogelscheuche oder solipsist,
welchen schatz suchst du
auf welcher insel?

dass draußen eine welt existiert,
eine postnatale,
kann nicht kommentiert werden,
später durch marthas geplärr
und ihre gutturalen laute vielleicht.
im anderen leben,
außerhalb der anderen haut dann,
nie mehr innen.
den schöpfer, den coach, den außenregisseur
zu identifizieren,
verschieben wir auf zeiten,
in denen wir uns erinnern.
dort/hier/damals soll ein leben stattgefunden haben,
ein biografisches feld bestellt worden sein?
nicht nur bei föhn ist der kopfschmerz
das umspannwerk
für den kleinen stromstoß,
der dich durchschießt,
etwas vorüber huschen lässt,
einen teufel nach trassen fragt
und nichts erleuchtet,
weder drinnen noch draußen.

wurde es hell
oder setzte die dunkelheit ein?
er zog seinen umhang enger
und orientierte sich an fensterläden
hinter denen fledermäuse schliefen.

der blick aus dem fenster
auf bilder,
die nicht vorhandenen:
höhlenzeichnungen von raumfahrern,
schwerelos,
keinen aufschluss gebend.

der himmel da oben,
die hölle da unten,
das paradies da hinten,
die erde eine scheibe,
wie er sich danach sehnt.


© Egon Günther, 2015